Hohe Holzvorräte und dicke Bäume

Im vierten Teil des Vortrags berichtet Knut Sturm u. a. über den Starkholzaufbau im Stadtwald Lübeck. Dabei korrigiert er Fake Knowledge der Forstwirtschaft: Dünne Bäume wachsen nicht schneller als dicke Bäume.

Aber der Vortrag ist nicht nur sehr lehrreich, sondern auch wegen der Bonmots von Sturm sehr amüsant:

„Die Krone hat sich die Mecklenburgische Forstverwaltung gerade aufgesetzt! Sie hat die Zieldurchmesser für die Kiefer bei 35 cm festgeschrieben. Das ist für mich Kindermord!“

Hier geht es zum vierten Teil des Vortrags: Starkholzaufbau und Biodiversität.

Ergebnisse der Naturwaldforschung im Stadtwald Lübeck

In einem meiner letzten Artikel berichtete ich über das Ergebnis meiner Recherche zu zwei Buchenbeständen im FFH-Gebiet „Wälder von Porta Westfalica“: Die Holzvorräte pro ha waren mit 209 bzw. 163 m³ erschütternd niedrig. Damals hatte ich die Werte mit den 356 m³ aus der Bundeswaldinventur verglichen.1 Noch schlimmer wird es, wenn man Werte aus dem Stadtwald Lübeck zum Vergleich heranzieht: Im seit 100 Jahren unbewirtschafteten Schattiner Zuschlag beträgt der Holzvorrat 1.100 m³ und im bewirtschafteten Berkenstrükener Wald 800 m³. Selbst in einem Lübecker Wirtschaftswald steht viermal mehr Holz als in einem europäischen Naturschutzgebiet nahe meiner Heimat Porta Westfalica!

Über die Ergebnisse der Naturwaldforschung im Stadtwald Lübeck informiert der dritte Teil des Vortrags von Knut Sturm und Dr. Torsten Welle: Teil 3 des Vortrags – Naturwälder.

  1. siehe Fassadennaturschutz in Porta Westfalica – Analyse der Bestandsblätter []

Herausragender Vortrag von Knut Sturm und Torsten Welle

Am 9. Februar 2018 haben Knut Sturm, Forstamtsleiter des Stadtwalds Lübeck, und Dr. Torsten Welle, Leiter Wissenschaft und Forschung der Naturwaldakademie, einen Vortrag im Waldsalon des Bergwaldprojekts gehalten. Thema war der Zustand des Waldes und seine Bewirtschaftung. Es ist nicht nur der beste Vortrag, den ich in den letzten Jahren zu diesem Thema gehört habe, sondern der Inhalt übertrifft auch alles, was ich in den letzten Jahren dazu gelesen habe. Wenn Sie wissen wollen, in welch wirklich beunruhigenden Zustand der deutsche Wald ist  – und zwar mit harten, wissenschaftlich belegbaren Zahlen – und wie man es besser machen kann, schauen Sie sich diesen Vortrag an!

Mittlerweile steht der Vortrag auf Youtube und ich habe den ersten und zweiten Teil transkribiert: Wilde Wälder – Vortrag von Knut Sturm und Torsten Welle.

Wundersame Biotopbaumvermehrung – Fortsetzung

Obwohl sich im März 2017 die Biotopbäume in einem Waldstück nahe Porta Westfalica auf wundersame Weise vermehrt haben, schweigen sich alle Förster bis hinauf zur Führungsebene von Wald und Holz NRW über die genaue Anzahl pro ha aus. Erst nach Intervention des Landebeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit antwortet Herr Barkmeyer, stellvertretender Leiter des Landesbetriebs, und seine sehr kurze Antwort wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet: „Ca. 25 Biotopbäume“ sollen es sein – und zwar „auf jedem Hektar“. Das wären mehr als doppelt so viele, wie der FSC fordert. Ich möchte Klarheit und schreibe Herrn Barkmeyer einen Brief.

Gruppe von 4 Überhältern, die als Biotopbäume ausgezeichnet wurden; im Hintergrund Stangenholz

Lesen Sie hier meine zwei neuen Kapitel über die wundersame Biotopbaumvermehrung in Porta Westfalica: Das Biotopbaumgeheimnis und Brief an Herrn Barkmeyer vom 8.1.2018.

Wundersame Biotopbaumvermehrung in Porta Westfalica

Weihnachten ist die Zeit der Wunder. Deshalb möchte ich über ein Wunder berichten, das sich in Porta Westfalica zugetragen hat: Die Biotopbäume haben sich nach einer Email an den Förster auf wundersame Weise vermehrt.

Lesen Sie hier meinen Artikel, der das Wunder mit zahlreichen Fotos dokumentiert und bei dem es sich nicht um eine Satire handelt: Wundersame Biotopbaumvermehrung in Porta Westfalica.

Fassadennaturschutz in Porta Westfalica

Ein Bestandsblatt enthält in tabellarischer Form die wesentlichen Informationen über einen Wald, z. B. Zahlen zum Alter der Bäume und zum Volumen des Holzes. Als ich die Bestandsblätter zu einem Waldstück in einem FFH-Gebiet haben möchte, stoße ich neun Monate lang auf eine Mauer des Schweigens: Ich bekomme die Bestandsblätter weder vom Leiter des Forstbetriebsbezirks, noch vom Forstamtsleiter, noch vom Stellvertretenden Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Erst als ich den Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit einschalte, erhalte ich die Bestandsblätter. Und sie bestätigen meine Befürchtung: Im FFH-Gebiet wird nur die Fassade von Natur geschützt.

FFH-Gebiet Wälder bei Porta Westfalica

Lesen Sie hier meinen ausführlichen Bericht mit zahlreichen Fotos und Originaldokumenten: Fassadennaturschutz in Porta Westfalica.

Zoff im deutschen Forst

Sehr spät am Montagabend lief im NDR die sehenswerte Dokumentation „Unser Wald – Zoff im deutschen Forst“. Es ging um den Streit zwischen Verfechtern eines Kulturwaldes, „also eines kontinuierlich gepflegten Waldes“, und Verfechtern eines Naturwaldes, die meinen, „dass die Natur sich am besten selbst reguliert“.1

Der Fürsprecher des Naturwaldes ist Knut Sturm, Forstamtsleiter des Lübecker Stadtwalds. Er darf seinen Standpunkt ausführlich erläutern und seine Argumente werden veranschaulicht mit Bildern aus dem seit über 100 Jahren unbewirtschafteten Schattiner Zuschlag.2 Der Film endet mit einem Besuch von Sturm in den Heiligen Hallen3 und einem sehr persönlichen Statement von Sturm:

„Wenn ich denn durch so einen Wald laufe, dann sehe ich, was uns eigentlich genommen wird, also, was wir uns selber als Menschen nehmen an Faszination, an Schönheit, an Ästhetik, an Vielfalt auch. Das ist so eine Mischung zwischen Ehrfurcht und Wut, dass wir das nicht mehr zulassen aus reiner Gier, die uns antreibt, immer, uns Menschen. Und das macht mich dann traurig, wütend, alles durcheinander irgendwie. Und ich freue mich, dass es solche Flächen überhaupt gibt. Also das ist dann immer wieder schön, weil man hier wirklich erkennen kann, was Natur wirklich bedeutet.“

Alle Aussagen, die Sturm im Film macht, finden Sie in transkribierter Form auf der nächsten Seite. Weiterlesen

  1. 45 Min – Unser Wald – Zoff im deutschen Forst []
  2. siehe auch Exkursion in den Schattiner Zuschlag mit Revierleiter Baeskow []
  3. Bei dem sehr seltenen Pilz, den Sturm fotografiert, handelt es sich um den Ästigen Stachelbart. []

Biologie Abituraufgabe – 20 € Gutschein zu gewinnen

Bevor ich wegen meines Fahrradunfalls in den Ruhestand versetzt wurde, war ich Biologielehrer an einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Folgende Aufgabe hätte ich mir sehr gut in der mündlichen Abiturprüfung1 vorstellen können.

Im Kommentar unter der Aufgabe können Sie Ihre Lösung hinschreiben. Unter den richtigen Lösungen werden drei Amazon-Gutscheine von je 10 € verlost. Die beste Lösung erhält einen Amazon-Gutschein von 20 €. In 14 Tagen, also am 8. September, erfolgt die Auflösung. Gleichzeitig zeige ich Ihnen dann die Bearbeitung dieser Aufgabe durch einen Diplom-Biologen, der Abteilungsleiter in einem deutschen Nationalpark ist.

Buchen und Fichten auf einem Berg

Material:
Die Abbildung zeigt grob schematisch den Wald eines 675 m hohen Bergs in Deutschland, der forstwirtschaftlich genutzt wird. Die Buchen auf der linken Seite sind z. T. etwas älter als 100 Jahre, die Fichten der rechten Seite sind alle 30 Jahre alt.

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  1. Inhaltsfeld 5: Ökologie, Inhaltlicher Schwerpunkt: Mensch und Ökosysteme, siehe Biologie Kernlehrplan Kompetenzen und Biologie Kernlehrplan Abiturprüfung []

Norbert Panek – Deutschland, Deine Buchenwälder

Panek_Deutschland_deine_Buchenwaelder

Ich gebe zu, ich bin befangen: Denn Panek hat in seinem neuen Buch vier Fotos von mir verwendet. Ich hoffe jedoch, dass man mir mein Lob des Buches trotzdem abnimmt. Denn Lob hat dieses Buch wirklich verdient: Panek hat sich nämlich die Mühe gemacht, sich durch den chaotischen Wust an Zahlen der dritten Bundeswaldinventur (BWI) durchzukämpfen und diejenigen Zahlen herauszusuchen, die für den Schutz der Buchenwälder wirklich von Belang sind. Dafür zwei schlagkräftige Beispiele: Weiterlesen

Narrenfreiheit im FFH-Gebiet Teufelsbad

Philosophenhuegel_Pano_800Kahlschlag im FFH-Gebiet Teufelsbad

Norbert Panek spricht in seinem aktuellen Beitrag auf seiner Webseite davon, „dass die Forstwirtschaft in den meisten deutschen Wald-Naturschutzgebieten faktisch „Narrenfreiheit“ genießt.“1 Ein niederschmetterndes Beispiel für diese Narrenfreiheit ist der Kahlschlag im FFH-Gebiet Teufelsbad im November 2013. Nun hat die Leiterin des Naturschutzamtes zugegeben, dass gegen die verantwortlichen Förster nicht einmal ein Bußgeld verhängt worden ist. Auch ein Managementplan für das FFH-Gebiet existiert weiterhin nicht. Hier geht es zum Brief der Naturschutzamtes: Brief von Frau Engelking vom 23. März 2016

  1. siehe: Holznutzung in FFH-Waldgebieten kaum eingeschränkt, Eintrag vom 11. April 2016 []