Deutschland ist süchtig nach Nadelholz

Mein neuer Artikel schließt nahtlos an meinen letzten an, in dem ich gezeigt habe, dass Deutschland mehr Laubholz exportiert als importiert. Bei Nadelholz ist es genau umgekehrt: Schon heute importiert Deutschland große Mengen Nadelholz. Wieder habe ich mich durch viele offizielle Dokumente gewühlt und Zahlen herausgesucht. Ich nutze nicht nur die Holzmarktstatistiken, sondern auch die Dritte Bundeswaldinventur und den Alternativen Waldzustandsbericht. Auf eine Entdeckung bin ich besonders stolz: auf die Entdeckung der Holzeinschlagsstatistik, herausgegeben von Statistischen Bundesamt. In ihr finden sich u. a. die offiziellen Zahlen dazu, wie viel Holz jedes Jahr wegen Stürmen, Schneebruch, Borkenkäfer usw. vorzeitig geerntet werden muss. 

Am Schluss des Artikels diskutiere ich einen Ausschnitt aus einem Interview mit Horst Stern, in dem dieser überraschenderweise meint, die Verfichtung Deutschlands habe aufgehört und er habe dazu beigetragen. Hier geht es zu meinem neuen Artikel: Deutschland ist süchtig nach Nadelholz.

Ein persönlicher Nachruf zum Tod von Horst Stern folgt in Kürze.

Hinweis: In dem Artikel steckt sehr viel Arbeit und Mühe. Deshalb befinden sich die Kapitel 1-5 hinter einer Paywall und sind nur für Mitglieder zugänglich. Schon für 1 € im Monat können Sie Mitglied werden und meine Arbeit unterstützen.

Deutschland ist Nettoexporteur von Laubholz

Waldschützer fordern immer wieder, den hohen Holzeinschlag in Deutschland zu reduzieren: Wälder sind keine Holzfabriken. Dann erwidern viele Förster, dies sei nicht möglich. Denn Deutschland brauche sehr viel Holz, und wenn in Deutschland weniger Holz eingeschlagen würde, müsste das Holz aus dem Ausland importiert werden.

Für Laubholz stimmt das nicht: Deutschland erwirtschaftet jedes Jahr einen sehr hohen Exportüberschuss. Das beweisen offizielle Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Hier geht es zu meinem neuen Artikel: Faktencheck: Holzimporte – Update.

Hinweis: Der Artikel befindet sich hinter einer Paywall. Das Zusammenstellen der Daten hat viel Zeit und Mühe gekostet. Schon ab 1€ im Monat können Sie Mitglied werden.

Antwort von Dr. Susanne Winter

Frau Dr. Winter hat mir auf meinen Offenen Brief zu Baummikrohabitaten geantwortet. Ihre Antwort finden Sie hier: Antwort von Dr. Susanne Winter.

Mit ihrer Hilfe habe ich eine Tabelle erstellt mit 20 Baummikrohabitaten und den Empfehlungen für Wirtschaftswälder.1 Hier geht es zur Tabelle der Baummikrohabitate und den Empfehlungen für Wirtschaftswälder.

  1. Die ausführliche Version inklusive vieler Fotos und Hinweisen zu den Käfern und Pilzen, die in diesen Mikrohabitaten leben, finden Sie im Praxishandbuch – Naturschutz im Buchenwald. Einen kostenlosen Katalog der Baummikrohabitate finden Sie hier. []

Offener Brief an Dr. Susanne Winter


Es war nicht nur Peter Wohlleben, dessen Bücher für mich eine wertvolle Hilfe waren. Es war auch die Forstwissenschaftlerin Dr. Susanne Winter1, die von Anfang an ganz wichtig war für mich. Ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Ermittlung von Struktur-Indikatoren zur Abschätzung des Einflusses forstlicher Bewirtschaftung auf die Biozönosen von Tiefland-Buchenwäldern“ zählt zu dem Besten, was ich zum Thema Naturschutz im Buchenwald gelesen habe. Ich war so fasziniert, dass ich damals umgehend die Heiligen Hallen und den Faulen Ort besucht habe – zwei Wälder, die in ihrer Dissertation und auch bei ihren weiteren Forschungen eine ganz wichtige Rolle spielten und spielen.

Dr. Winter auf einem Workshop des Forum Umwelt und Entwicklung in der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt im November 2014

Jetzt habe ich Dr. Winter einen Offenen Brief geschrieben. Es geht um Mikrohabitate und Unklarheiten, auf die ich bei der Lektüre ihres letzten Buches „Praxishandbuch – Naturschutz im Buchenwald“ gestoßen bin. Weiterlesen

  1. Dr. Winter ist z. Z. Programmleiterin Wald des WWF. []

Förstermärchen

Vor 10 Jahren erschien in der Zeitschrift Nationalpark ein Aufsatz, der in Naturschutzkreisen berühmt geworden ist. Der Aufsatz hieß „Forst- und Holzmärchen heute“ und sein Autor war Hans Bibelriether, der ehemalige Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald. Bibelriether greift die Interessenvertreter der Forst- und Holzindustrie scharf an: den Deutschen Forstwirtschaftsrat,  den Deutschen Forstverein, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und auch den damaligen bayerischen Forstminister Josef Miller. Er wirft ihnen „Schönfärberei“, „kaum zu überbietende Falschaussagen“, „professionelle Falschinformationen“, „reine Erfindungen“, „bewusste Unwahrheiten“ und „unglaubliche Volksverdummung“ vor.

Leider hat der Aufsatz nichts von seiner Aktualität verloren. Auch heute werden „Förstermärchen“ erzählt. Für die Bundesbürgerinitiative Waldschutz (BBIWS) habe ich drei Förstermärchen kritisiert. Sie können meine Kritiken entweder hier auf der Homepage der BBIWS lesen oder hier auf meiner Seite: Förstermärchen.

Kennen Sie TreMs?

Wissen Sie, was ein TreM ist? Nein? Aber vielleicht wissen Sie, was ein tree-related microhabitat ist? Hilft Ihnen die deutsche Übersetzung Baummikrohabitat? Trösten Sie sich! Auch auf der Webseite der beiden größten Naturschutzorganisationen in Deutschland, dem BUND und dem NABU, werden Sie vergeblich nach Erklärungen suchen. Wenn Sie wissen wollen, was ein TreM ist, dann lesen Sie bitte die Fortsetzung meines Artikels über die 6 Unterschiede zwischen Urwald und Wirtschaftswald, der einen aktuellen Aufsatz von Thibault Lachat und Jörg Müller zusammenfasst.

In den Kapiteln 2 – 7 geht es u. a. um Totholz und Habitatbäume. TreMs werden im Kapitel über Habitatbäume erklärt. Zum Schluss wird der Unterschied zwischen integrativem und segregativem Naturschutz diskutiert und warum Lachat und Müller für letzteren sind.

Lesen Sie hier die Kapitel 2 – 7 meines Aufsatzes: 6 Unterschiede zwischen Urwald und Wirtschaftswald.

6 Unterschiede zwischen Urwald und Wirtschaftswald

Erst vor 2 Monaten ist der wissenschaftlicher Sammelband über Saproxylic Insects erschienen. Darin enthalten ist folgender Aufsatz:

Es geht in diesem Aufsatz nicht nur um den Schutz der Urwälder. Und auch nicht nur um den Schutz der Totholzinsekten. Wenn man den Aufsatz genauer liest, findet man darin auch viele wertvolle Informationen zum Schutz der Wälder im allgemeinen. Leider sind diese in der Öffentlichkeit und auch in Teilen der Umweltschutzbewegung überhaupt nicht bekannt.

Lesen Sie hier den ersten Teil meiner Inhaltsangabe: 6 Unterschiede zwischen Urwald und Wirtschaftswald.

Wie schützt man Urwaldrelikt-Arten?

Von den 20 Urwaldrelikt-Arten des Buchenurwalds von Uholka-Schyrokyj Luh in der Ukraine sind schon 7 in Deutschland ausgestorben. Die übrigen 13 stehen alle auf der Roten Liste. In der Fortsetzung meines Artikels über die Totholzkäfer in Uholka-Schyrokyj Luh widme ich mich ausführlich der Frage, wie man diese 13 vor dem Aussterben bewahren und schützen könnte.Ungleicher Furchenwalzkäfer
Ungleicher Furchenwalzkäfer (Rhysodes sulcatus) – eine der in Deutschland und fast allen europäischen Ländern ausgestorbenen Urwaldrelikt-Arten, die es in Uholka-Schyrokyj Luh noch gibt (Von SigaEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link)

Dabei stoße ich auf viele Wissenschaftler, die sehr nachdenklich sind und klipp und klar sagen, dass Urwaldrelikt-Arten in bewirtschafteten Wäldern nicht geschützt werden können und Schutzgebiete brauchen: u. v. a. Thibault Lachat, Martin M. Gossner und Jörg Müller. Das wirft ein düsteres Licht darauf, dass in Bayern gerade die Einrichtung eines dritten Nationalparks im Spessart, in dem es noch 13 Urwaldrelikt-Arten1 gibt, gescheitert ist.

Lesen Sie hier: Wie schützt man Urwaldrelikt-Arten?

  1. siehe Heinz Bußler, Hotspot-Gebiete xylobionter Urwaldreliktarten aus dem Reich der Käfer, LWF aktuell 76/210, S. 11 []

Stadtwald Lübeck ohne Freizeitakrobaten

Im fünften und letzten Teil der Fragestunde zum Vortrag „Wilde Wälder“ von Knut Sturm und Torsten Welle geht es um sehr unterschiedliche Themen: z. B. das Kalken der Wälder, die Ergebnisse der Koalitionsvereinbarungen und die Betreuung privater Waldbesitzer durch den Lübecker Forstamt. Für mich am interessantesten war, als Knut Sturm darüber erzählte, wie er 2013 die Selbstwerbung („Freizeitakrobaten“) im Stadtwald Lübeck verboten hat und wie die Lübecker Nachrichten damals vergeblich versuchten, gegen ihn Stimmung zu machen.

Hier geht es zum letzten Teil der Fragestunde: Teil 5 – Verbot der Selbstwerber, Kalken von Wäldern, Lübecker Umfrage, Betreuung privater Waldbesitzer