Naturschutzdefizite des Fürstlichen Forstamts

In meinem letzten Beitrag hatte ich eine Stellungnahme von Herrn Matthaei angekündigt. Ich habe keine bekommen. Nicht von ihm und auch nicht vom Leiter des Forstamts, Herrn Weber. Beide verweigerten ein Gespräch. Dabei hätte ich sehr gerne mit ihnen darüber gesprochen, ob und wie sie Naturschutzziele in die Bewirtschaftung ihrer Buchenwälder integrieren.

Buchenwaldwirtschaft im Harrl

Statt einer Stellungnahme des Forstamts veröffentliche ich nun eine Auflistung seiner Naturschutzdefizite. Dabei berufe ich mich auf eine Veröffentlichung, die in Naturschutzkreisen leider viel zu wenig bekannt ist: die Templiner Erklärung des Jahres 2009. Sie wurde u. a. vom NABU und der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) erarbeitet und zeigt auf, wie Naturschutzziele in die Bewirtschaftung von Buchenwäldern integriert werden können. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Keine Stellungnahme des Forstamts zum Naturschutz im Harrl.

Fällen der letzten Altbuchen

Vor vier Jahren hatte ich meinen letzten Artikel über den Bückeburger Wald geschrieben und den Wald damals als hoffnungslosen Fall abgeschrieben. Um den durch Schirmschlag ruinierten Buchenwald hatte ich seitdem einen großen Bogen gemacht. Ein kurzer Besuch im April 2019 zeigte mir, dass es nicht besser geworden ist.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel mit vielen Fotos und einem Video: Räumungshieb im Harrl.

Hinweis: Im Verlauf der ersten Juniwoche werde ich eine Stellungnahme des zuständigen Revierleiters Herrn Matthaei veröffentlichen. Am 15. Juni starte ich dann eine Artikelserie über das Revier Prozessschutz bei Quierschied. Ich habe das Revier besucht und war von Revierleiter Roland Wirtz und seinem Kollegen Urban Backes sehr beeindruckt.

Der Urwald vor den Toren der Stadt Saarbrücken

Besuchen wollte ich den Saarbrücker Urwald schon im Jahr 2014. Ich arbeitete damals in der Bürgerinitiative „Waldschutz Essen“ und wir stritten uns wie die Kesselflicker mit dem Essener Forstamt u. a. über Fragen der Verkehrssicherung.1 Ich telefonierte mit dem damaligen Urwaldförster Martin Müller und staunte, wie anders und wie gut SaarForst die Verkehrssicherung handhabte.2 Ich hätte noch mehr gestaunt, wenn ich schon damals den Urwald besucht und den Wilden Netzbachpfad gegangen wäre. Das habe ich jetzt nachgeholt und ich war sehr beeindruckt: So einen Wanderweg habe ich selbst in deutschen Nationalparks nie gesehen!

Über den Urwald und seine Entstehung habe ich mich lange mit Gangolf Rammo vom saarländischen Umweltministerium unterhalten. Rammo war auch so freundlich, meiner Frau und mir den Urwald zu zeigen. Wegen der vielen Informationen veröffentliche ich deshalb gleich zwei neue Artikel:

Hinweis: Der nächste Artikel erscheint am 30. Mai. Dann zeige ich mit erschütternden Fotos und schaurigen Videos, wie das Fürstliche Forstamt vor den Toren der Stadt Bückeburg die Altbuchen abräumt.

  1. siehe Der Essener Stadtwald []
  2. siehe Betriebsanweisung Verkehrssicherung – Stand Februar 2013 []

Plattgemachte Märzenbecher

Es gibt Forstarbeiten, die Spaziergänger in helle Empörung versetzen. So geschehen im Hamelner Stadtwald im Januar 2018, als Forstarbeiter im Naturschutzgebiet Schweineberg beim Holzrücken schwere Bodenschäden anrichteten – und zwar genau dort, wo zwei Monate später die berühmte Märzenbecherblüte stattfinden und wieder hunderte Schaulustige anlocken sollte. Im Januar 2018 lösten die Forstarbeiter eine Kaskade von Ereignissen aus: Spaziergänger informierten den lokalen BUND-Vorsitzenden, der wiederum das Forstamt, die Stadtverwaltung und die Untere Naturschutzbehörde. Das Lokalradio und die Zeitung berichten, der Umweltausschuss setzt die Bodenschäden auf die Tagesordnung.

Ich dokumentiere ausführlich den damaligen Skandal, dessen Ablauf und Ergebnis mir typisch scheint für Umweltskandale: Erst sind alle ganz fürchterlich „betroffen“ und fordern dringend „Maßnahmen“ und am Ende verläuft alles im Sand. Außerdem beleuchte ich die sonderbare Rolle der BUND-Kreisgruppe und auch die irrwitzige Rolle, die Facebook damals spielte. Ein Schwerpunkt des Artikels sind dann die Fotos, die ich ein Jahr nach dem Skandal gemacht habe: Ich erwartete verwüstete Rückegassen mit katastrophalen Bodenschäden, wo kein Märzenbecher mehr wächst. Nie mehr! Aber so war es nicht.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Märzenbecher plattgemacht – Der Streit um die Rückegassen im Naturschutzgebiet Schweineberg im Januar 2018.

Hinweis: Mein nächster Artikel erscheint am 15. Mai. Thema wird dann sein eine wunderschöne Wanderung, die ich im Urwald von Saarbrücken gemacht habe.

Wir müssen reden!

„Ich würde mir sehr wünschen, dass die Bevölkerung einfach mal hinguckt und dann zwar kritische Fragen stellt, aber nicht schon mit einer Vorverurteilung kommt und einen mit Google-Halbwissen konfrontiert und unterstellt, dass man nur die Unwahrheit sagt.“

Das sagt Urban Backes, Revierförster bei SaarForst. Ich habe mich daran gehalten. Am Schweineberg, wo gerade der Märzenbecher blüht, habe ich bei zwei Hiebsmaßnahmen hingeguckt und fotografiert. Dann habe ich den zuständigen Stadtförster angerufen und kritische Fragen gestellt. Und wir haben geredet. Lange. Und beim nächsten Mal reden wir bei einer Tasse Kaffee über Lübeck.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Gespräch über die Holzernte am Schweineberg.

Wandervorschlag – Zur Märzenbecherblüte nach Hameln

Wenn Sie in der Nähe von Hameln wohnen, habe ich einen Wandervorschlag für Sie: Besuchen Sie einmal in den nächsten Wochen die Märzenbecherblüte am Schweineberg! Sie gilt als die größte in Norddeutschland und das dazugehörige Naturschutzgebiet ist das älteste in Niedersachsen. In meinem neuen Artikel beschreibe ich u. a., wie Sie dort am besten hinkommen. Und es gibt eine Premiere: Zum ersten Mal empfehle ich Ihnen auch ein Restaurant in unmittelbarer Nähe.

Lesen Sie hier meine neue Wanderempfehlung: Märzenbecherblüte am Schweineberg.

Deutschland ist süchtig nach Nadelholz

Mein neuer Artikel schließt nahtlos an meinen letzten an, in dem ich gezeigt habe, dass Deutschland mehr Laubholz exportiert als importiert. Bei Nadelholz ist es genau umgekehrt: Schon heute importiert Deutschland große Mengen Nadelholz. Wieder habe ich mich durch viele offizielle Dokumente gewühlt und Zahlen herausgesucht. Ich nutze nicht nur die Holzmarktstatistiken, sondern auch die Dritte Bundeswaldinventur und den Alternativen Waldzustandsbericht. Auf eine Entdeckung bin ich besonders stolz: auf die Entdeckung der Holzeinschlagsstatistik, herausgegeben von Statistischen Bundesamt. In ihr finden sich u. a. die offiziellen Zahlen dazu, wie viel Holz jedes Jahr wegen Stürmen, Schneebruch, Borkenkäfer usw. vorzeitig geerntet werden muss. 

Am Schluss des Artikels diskutiere ich einen Ausschnitt aus einem Interview mit Horst Stern, in dem dieser überraschenderweise meint, die Verfichtung Deutschlands habe aufgehört und er habe dazu beigetragen. Hier geht es zu meinem neuen Artikel: Deutschland ist süchtig nach Nadelholz.

Ein persönlicher Nachruf zum Tod von Horst Stern folgt in Kürze.

Hinweis: In dem Artikel steckt sehr viel Arbeit und Mühe. Deshalb befinden sich die Kapitel 1-5 hinter einer Paywall und sind nur für Mitglieder zugänglich. Schon für 1 € im Monat können Sie Mitglied werden und meine Arbeit unterstützen.

Deutschland ist Nettoexporteur von Laubholz

Waldschützer fordern immer wieder, den hohen Holzeinschlag in Deutschland zu reduzieren: Wälder sind keine Holzfabriken. Dann erwidern viele Förster, dies sei nicht möglich. Denn Deutschland brauche sehr viel Holz, und wenn in Deutschland weniger Holz eingeschlagen würde, müsste das Holz aus dem Ausland importiert werden.

Für Laubholz stimmt das nicht: Deutschland erwirtschaftet jedes Jahr einen sehr hohen Exportüberschuss. Das beweisen offizielle Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Hier geht es zu meinem neuen Artikel: Faktencheck: Holzimporte – Update.

Hinweis: Der Artikel befindet sich hinter einer Paywall. Das Zusammenstellen der Daten hat viel Zeit und Mühe gekostet. Schon ab 1€ im Monat können Sie Mitglied werden.

Antwort von Dr. Susanne Winter

Frau Dr. Winter hat mir auf meinen Offenen Brief zu Baummikrohabitaten geantwortet. Ihre Antwort finden Sie hier: Antwort von Dr. Susanne Winter.

Mit ihrer Hilfe habe ich eine Tabelle erstellt mit 20 Baummikrohabitaten und den Empfehlungen für Wirtschaftswälder.1 Hier geht es zur Tabelle der Baummikrohabitate und den Empfehlungen für Wirtschaftswälder.

  1. Die ausführliche Version inklusive vieler Fotos und Hinweisen zu den Käfern und Pilzen, die in diesen Mikrohabitaten leben, finden Sie im Praxishandbuch – Naturschutz im Buchenwald. Einen kostenlosen Katalog der Baummikrohabitate finden Sie hier. []

Offener Brief an Dr. Susanne Winter


Es war nicht nur Peter Wohlleben, dessen Bücher für mich eine wertvolle Hilfe waren. Es war auch die Forstwissenschaftlerin Dr. Susanne Winter1, die von Anfang an ganz wichtig war für mich. Ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Ermittlung von Struktur-Indikatoren zur Abschätzung des Einflusses forstlicher Bewirtschaftung auf die Biozönosen von Tiefland-Buchenwäldern“ zählt zu dem Besten, was ich zum Thema Naturschutz im Buchenwald gelesen habe. Ich war so fasziniert, dass ich damals umgehend die Heiligen Hallen und den Faulen Ort besucht habe – zwei Wälder, die in ihrer Dissertation und auch bei ihren weiteren Forschungen eine ganz wichtige Rolle spielten und spielen.

Dr. Winter auf einem Workshop des Forum Umwelt und Entwicklung in der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt im November 2014

Jetzt habe ich Dr. Winter einen Offenen Brief geschrieben. Es geht um Mikrohabitate und Unklarheiten, auf die ich bei der Lektüre ihres letzten Buches „Praxishandbuch – Naturschutz im Buchenwald“ gestoßen bin. Weiterlesen

  1. Dr. Winter ist z. Z. Programmleiterin Wald des WWF. []