Windwurf nach Durchforstung in Bottrop

Mitten in der Stadt Bottrop wurde ein kleines Wäldchen vom Pfingststurm Ela umgeworfen. Brisant an dem Fall ist, dass das Wäldchen vor 2 Jahren vom Stadtförster Markus Herber durchforstet worden ist. Nachweislich wurde dabei fast fünfmal mehr Holz geerntet als von der Forsteinrichtung vorgesehen. Die Beweislast, dass dieser viel zu starke Eingriff die Ursache für den Windwurf ist, ist erdrückend: Rund um den durchforsteten Wald blieben die Bäume stehen.

 

Ich habe die Vor- und Nachgeschichte des Windwurfes ausführlich dokumentiert: Windwurf nach Durchforstung – der Virchow-Wald.

Sehr hilfreich waren dabei Fotos und Informationen von Dr. Bernhard Gremmler, Anwohner des Wäldchens und Mitglied im Kreis- und Landesvorstands der ÖDP. Für ihre Hilfe bei der Bewertung der Durchforstung schulde ich meinen Dank den beiden Förstern Peter Wohlleben und Karl-Friedrich Weber. Bedanken möchte ich mich aber auch bei Herrn Arentz vom Grünflächenamt. Wenn wir auch völlig unterschiedlicher Meinung sind, so ist doch seine Informationspolitik vorbildlich.

Plünderung nach Plan

Vor ein paar Monaten hatte ich über die Zerstörung eines uralten Buchenwalds in Bottrop geschrieben. Nun habe ich die Hintergründe dieses Waldfrevels recherchiert. Ich habe mich durch den Forstbetriebsplan der Stadt gewühlt und dessen geheimnisvolle Abkürzungen und Zahlen entschlüsselt.

Forstbetriebsplan_Bottrop

Ich hege die Hoffnung, dass meine Arbeit auch für andere Naturschützer von Nutzem sein kann. In der Diskussion mit Förstern und Stadtverwaltungen ist es ein großer Vorteil, wenn man Bestandestabellen wie die oben abgebildete lesen kann.

Hier geht es zu meinem Artikel über Bauassessoren und Friedhofsmanager, verschwundene Forsteinrichter, forstliche Schlamperei, Bestockungsgrade, Bodenverwilderung, Mäuse, Freiherr von Rotenhan, Markus Herber, die Bayerischen Staatsforsten und Georg Sperber: Plünderung nach Plan.

P. S.: Ich schreibe wieder. Zumindest bis zum nächsten Nervenzusammenbruch: Am Wochenende fahre ich zum Falkenstein und Lackenberg im Nationalpark Bayerischer Wald.

Sommerdurchforstung auf Halde Haniel in Bottrop

Am Rand der Halde Haniel in Bottrop wurde in Anfang Juni 2014 ein winziges Erlenwäldchen von einem der weltgrößten Radharvester heimgesucht. Von einer ganz normalen „Sommerdurchforstung“ spricht der verantwortliche Forstwirtschaftsmeister Markus Husmann von der Grünflächenmanagementfirma Haus Vogelsang GmbH. Ich dokumentiere das Schlachtfeld im folgenden Beitrag: Sommerdurchforstung auf Halde Haniel in Bottrop.

Ortstermin des BUND-Bottrop im Becker-Wald

Am Mittwoch, den 11. Juni 2014, hatte die Kreisgruppe Bottrop des BUND zu einem Ortstermin im Becker-Wald eingeladen. Der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht, der ursprünglich kommen wollte, musste seine Teilnahme leider wegen der chaotischen Zustände im NRW-Bahnverkehr nach dem Pfingststurm Ela absagen.

Ich habe die Gelegenheit genutzt, ein paar aktuelle Fotos zu schießen. Die Fotos habe ich in diesen Artikel eingebaut: Förster Herber sorgt für frischen Wind im Becker-Wald.

 

Herr Wipf nimmt übel

„Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.“ (Kurt Tucholsky, 1919)

Mit auf dem Sofa sitzen Förster Volker Adamiak und sein Chef, der Leiter von RVR Ruhr Grün, Jörg Wipf. Letzterer nimmt mir übel, dass ich den Namen von Herrn Adamiak auf meiner Webseite nenne (siehe Fällen von Altbuchen im Köllnischen Wald und Kahlschlag im Pappelwald) und Aprilscherze über ihn mache (siehe Aprilscherz: Förster nicht in Nationalgalerie verhaftet). Lesen Sie hier den Brief von Herrn Wipf in voller Länge und meine Antwort darauf: Herr Wipf nimmt übel.

Panorama_Pappeln

Panoramafoto eines von Förster Adamiak kahlgeschlagenen Pappelwalds (Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Foto und wählen dann “Link in neuem Fenster öffnen”. Dann öffnet sich das Panorama. Klicken Sie mit der Lupe auf das Bild und scrollen Sie mit den vertikalen und horizontalen Bildlaufleisten in dem Panorama herum)

Stadt Bottrop verschleudert ihren Stadtwald

 

Jeder gefällte Baum ist ein Segen für den Klimaschutz!

Mit Herrn Püttmann hat sich zum ersten Mal ein offizieller und hochrangiger Vertreter des Landesbetriebs Wald-und-Holz zur Zerstörung des Brinkmannswaldes geäußert. Besonders interessant wird das Schreiben Püttmanns dadurch, dass er die Fällungen der 250 Altbuchen damit begründet, dass dies das Klima schütze. Forstwirtschaft als Klimaschutz – das die neue und groß angelegte Public-Relations-Kampagne des Landesbetriebs. Ich dokumentiere und kommentiere Püttmanns Schreiben hier: Briefwechsel mit Herrn Püttmann von Wald-und-Holz-NRW

 

Außerdem veröffentliche ich einen Brief an Püttmann, in dem ich begründe, warum es für das Klima besser gewesen wäre, statt der 250 Altbuchen die entsprechende Menge Heizöl zu verbrennen.

Michael Pricking (CDU) sorgt sich um die Bestandsverjüngung

Michael Pricking, CDU-Oberbürgermeisterkandidat in Bottrop, zur Zerstörung des Brinkmannswaldes:

„In der Vergangenheit wurde in diesem Waldstück leider versäumt, entsprechende Nachpflanzungsarbeiten zur Bestandsverjüngung … durchzuführen.  …  Bei einem gemeinsamen Ortstermin mit dem Forstamt wurde … die unzweifelhaft erforderliche Bestandsverjüngung erörtert. Aufgabe der Unteren Landschaftsbehörde muss es in den kommenden Jahren sein, die erforderliche Nachpflanzung und Bestandsverjüngung regelmäßig zu beobachten.“ (Hervorhebungen von mir)

Quelle: NABU-Bottrop, Antwortschreiben der CDU

Einleitung der unzweifelhaft erforderlichen Bestandsverjüngung

Johannes Bombeck und Markus Stamm von der ÖDP beklagen zu Recht:

Es gibt in Bottrop eine „de facto Große Koalition aus SPD und CDU, die immer wieder bewiesen hat, dass ihr wirtschaftliche Interessen … wichtiger sind als eine für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bürger unserer Stadt wichtige ökologisch ausgerichtete Politik.“ (Hervorhebungen von mir)

Quelle: Antwortschreiben der ÖDP