Wundersame Biotopbaumvermehrung – Fortsetzung

Obwohl sich im März 2017 die Biotopbäume in einem Waldstück nahe Porta Westfalica auf wundersame Weise vermehrt haben, schweigen sich alle Förster bis hinauf zur Führungsebene von Wald und Holz NRW über die genaue Anzahl pro ha aus. Erst nach Intervention des Landebeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit antwortet Herr Barkmeyer, stellvertretender Leiter des Landesbetriebs, und seine sehr kurze Antwort wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet: „Ca. 25 Biotopbäume“ sollen es sein – und zwar „auf jedem Hektar“. Das wären mehr als doppelt so viele, wie der FSC fordert. Ich möchte Klarheit und schreibe Herrn Barkmeyer einen Brief.

Gruppe von 4 Überhältern, die als Biotopbäume ausgezeichnet wurden; im Hintergrund Stangenholz

Lesen Sie hier meine zwei neuen Kapitel über die wundersame Biotopbaumvermehrung in Porta Westfalica: Das Biotopbaumgeheimnis und Brief an Herrn Barkmeyer vom 8.1.2018.

Wundersame Biotopbaumvermehrung in Porta Westfalica

Weihnachten ist die Zeit der Wunder. Deshalb möchte ich über ein Wunder berichten, das sich in Porta Westfalica zugetragen hat: Die Biotopbäume haben sich nach einer Email an den Förster auf wundersame Weise vermehrt.

Lesen Sie hier meinen Artikel, der das Wunder mit zahlreichen Fotos dokumentiert und bei dem es sich nicht um eine Satire handelt: Wundersame Biotopbaumvermehrung in Porta Westfalica.

Fassadennaturschutz in Porta Westfalica

Ein Bestandsblatt enthält in tabellarischer Form die wesentlichen Informationen über einen Wald, z. B. Zahlen zum Alter der Bäume und zum Volumen des Holzes. Als ich die Bestandsblätter zu einem Waldstück in einem FFH-Gebiet haben möchte, stoße ich neun Monate lang auf eine Mauer des Schweigens: Ich bekomme die Bestandsblätter weder vom Leiter des Forstbetriebsbezirks, noch vom Forstamtsleiter, noch vom Stellvertretenden Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Erst als ich den Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit einschalte, erhalte ich die Bestandsblätter. Und sie bestätigen meine Befürchtung: Im FFH-Gebiet wird nur die Fassade von Natur geschützt.

FFH-Gebiet Wälder bei Porta Westfalica

Lesen Sie hier meinen ausführlichen Bericht mit zahlreichen Fotos und Originaldokumenten: Fassadennaturschutz in Porta Westfalica.

Zoff im deutschen Forst

Sehr spät am Montagabend lief im NDR die sehenswerte Dokumentation „Unser Wald – Zoff im deutschen Forst“. Es ging um den Streit zwischen Verfechtern eines Kulturwaldes, „also eines kontinuierlich gepflegten Waldes“, und Verfechtern eines Naturwaldes, die meinen, „dass die Natur sich am besten selbst reguliert“.1

Der Fürsprecher des Naturwaldes ist Knut Sturm, Forstamtsleiter des Lübecker Stadtwalds. Er darf seinen Standpunkt ausführlich erläutern und seine Argumente werden veranschaulicht mit Bildern aus dem seit über 100 Jahren unbewirtschafteten Schattiner Zuschlag.2 Der Film endet mit einem Besuch von Sturm in den Heiligen Hallen3 und einem sehr persönlichen Statement von Sturm:

„Wenn ich denn durch so einen Wald laufe, dann sehe ich, was uns eigentlich genommen wird, also, was wir uns selber als Menschen nehmen an Faszination, an Schönheit, an Ästhetik, an Vielfalt auch. Das ist so eine Mischung zwischen Ehrfurcht und Wut, dass wir das nicht mehr zulassen aus reiner Gier, die uns antreibt, immer, uns Menschen. Und das macht mich dann traurig, wütend, alles durcheinander irgendwie. Und ich freue mich, dass es solche Flächen überhaupt gibt. Also das ist dann immer wieder schön, weil man hier wirklich erkennen kann, was Natur wirklich bedeutet.“

Alle Aussagen, die Sturm im Film macht, finden Sie in transkribierter Form auf der nächsten Seite. Weiterlesen

  1. 45 Min – Unser Wald – Zoff im deutschen Forst []
  2. siehe auch Exkursion in den Schattiner Zuschlag mit Revierleiter Baeskow []
  3. Bei dem sehr seltenen Pilz, den Sturm fotografiert, handelt es sich um den Ästigen Stachelbart. []

Biologie Abituraufgabe – 20 € Gutschein zu gewinnen

Bevor ich wegen meines Fahrradunfalls in den Ruhestand versetzt wurde, war ich Biologielehrer an einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Folgende Aufgabe hätte ich mir sehr gut in der mündlichen Abiturprüfung1 vorstellen können.

Im Kommentar unter der Aufgabe können Sie Ihre Lösung hinschreiben. Unter den richtigen Lösungen werden drei Amazon-Gutscheine von je 10 € verlost. Die beste Lösung erhält einen Amazon-Gutschein von 20 €. In 14 Tagen, also am 8. September, erfolgt die Auflösung. Gleichzeitig zeige ich Ihnen dann die Bearbeitung dieser Aufgabe durch einen Diplom-Biologen, der Abteilungsleiter in einem deutschen Nationalpark ist.

Buchen und Fichten auf einem Berg

Material:
Die Abbildung zeigt grob schematisch den Wald eines 675 m hohen Bergs in Deutschland, der forstwirtschaftlich genutzt wird. Die Buchen auf der linken Seite sind z. T. etwas älter als 100 Jahre, die Fichten der rechten Seite sind alle 30 Jahre alt.

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  1. Inhaltsfeld 5: Ökologie, Inhaltlicher Schwerpunkt: Mensch und Ökosysteme, siehe Biologie Kernlehrplan Kompetenzen und Biologie Kernlehrplan Abiturprüfung []

Norbert Panek – Deutschland, Deine Buchenwälder

Panek_Deutschland_deine_Buchenwaelder

Ich gebe zu, ich bin befangen: Denn Panek hat in seinem neuen Buch vier Fotos von mir verwendet. Ich hoffe jedoch, dass man mir mein Lob des Buches trotzdem abnimmt. Denn Lob hat dieses Buch wirklich verdient: Panek hat sich nämlich die Mühe gemacht, sich durch den chaotischen Wust an Zahlen der dritten Bundeswaldinventur (BWI) durchzukämpfen und diejenigen Zahlen herauszusuchen, die für den Schutz der Buchenwälder wirklich von Belang sind. Dafür zwei schlagkräftige Beispiele: Weiterlesen

Narrenfreiheit im FFH-Gebiet Teufelsbad

Philosophenhuegel_Pano_800Kahlschlag im FFH-Gebiet Teufelsbad

Norbert Panek spricht in seinem aktuellen Beitrag auf seiner Webseite davon, „dass die Forstwirtschaft in den meisten deutschen Wald-Naturschutzgebieten faktisch „Narrenfreiheit“ genießt.“1 Ein niederschmetterndes Beispiel für diese Narrenfreiheit ist der Kahlschlag im FFH-Gebiet Teufelsbad im November 2013. Nun hat die Leiterin des Naturschutzamtes zugegeben, dass gegen die verantwortlichen Förster nicht einmal ein Bußgeld verhängt worden ist. Auch ein Managementplan für das FFH-Gebiet existiert weiterhin nicht. Hier geht es zum Brief der Naturschutzamtes: Brief von Frau Engelking vom 23. März 2016

  1. siehe: Holznutzung in FFH-Waldgebieten kaum eingeschränkt, Eintrag vom 11. April 2016 []

EU-Kommission: Ein Fall von beispielloser Stümperhaftigkeit

„Ein[en] Fall von beispielloser Stümperhaftigkeit“ nennt Norbert Panek die Antwort der Europäischen Kommission – Generaldirektion Umwelt auf seine Beschwerde über die Zerstörung des Buchenwalds am Neugesäß im FFH-Gebiet Hoher Keller südlich des Nationalparks Kellerwald-Edersee in Hessen.

Die Antwort hätte ebenso gut von Samuel Beckett verfasst worden sein können: Referatsleiter Paul Speight verlegt das Neugesäß kurzerhand in den Nationalpark Kellerwald-Edersee, den er noch dazu falsch schreibt:

„Ich stelle fest, dass das Gebiet „Hoher Keller“ Teil des Nationalparks „Kellerwald Edlersee“ (sic!) ist.“

Dann verweist er Panek an das Hessische Umweltministerium:

„Dieses ist […] faktisch in einer besseren Lage, die Situation vor Ort zu bewerten. Es ist nicht ersichtlich, dass das Landesministerium oder gegebenenfalls die die Verwaltung kontrollierenden deutschen Gerichte dieser Aufgabe nicht nachkommen bzw. nachkommen würden.“

Ich dokumentiere hier das unglaubliche Originaldokument, das mir Herr Panek freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Ich versichere, dass es sich nicht um eine Satire des Postillon oder der Titanic handelt. Paneks Antwort, die sichtlich um Fassung bemüht ist, dokumentiere ich hier.

KSR Recklinghausen: Mahnung über 200 €

2014 war am Autobahnrastplatz Hohenhorst in Recklinghausen an der A2 ein 200 Jahre alter Buchenbestand nach dem Pfingststurm Ela geräumt worden. Ich hatte seinerzeit diesen Fall ausführlich dokumentiert: Kahlschlag im Hohenhorster Buchenwald. Auffallend war, dass der wertvolle Buchenaltbestand ausgerechnet ein Jahr nach einer intensiven Durchforstung durch den Sturm umgeworfen wurde.

Panorama des geräumten Windwurfs in Hohenhorst

Die zuständigen Kommunalen Servicebetriebe der Stadt Recklinghausen verweigerten praktisch jede Auskunft. Sie antworteten auf meine Fragen erst nach Intervention von Frau Schulte-Zurhausen, die für den Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW arbeitet. Dann stellten die KSR für ihre Auskunft auch noch einen überhöhten Gebührenbescheid über 200 € aus, der dann auf 20 € korrigiert wurde. So dachten Frau Schulte-Zurhausen und ich jedenfalls.

Vor ein paar Wochen bekam ich dann eine Mahnung über 200 €. Was dann geschah, dokumentiere ich hier: Nachspiel – Mahnung über 200 €.