45-minütiger Film zur Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark Harz

Wenn im Kampf gegen den Borkenkäfer wieder einmal mehrere Hektar Fichtenwälder im Nationalpark1 Harz kahlgeschlagen werden, dann löst das kein großes „Schlagzeilengetöse“2 aus. Fernsehen und Tageszeitungen schweigen. Nachrichten über Kahlschläge im NLP Harz steigern nicht die Quote oder die Auflage. Auch die sozialen Netzwerke schweigen: Auf Facebook, Instagram und Twitter bringen Kahlschläge im NLP Harz keine „Klicks, Likes und Shares.3

„Was wir […] über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien.“4

Wenn der Satz von Luhmann stimmt, wissen wir über die Kahlschläge im NLP Harz nichts.

Fast nichts. Denn manchmal gibt es Ausnahmen. Im Sommerloch erschien in meiner Tageszeitung, dem Mindener Tageblatt, ein großer ganzseitiger Artikel von Sabrina Gorges über die „aufwendige[n] Schlachten gegen den Käfer“ im NLP: Erst die Stürme, jetzt der Käfer. 5 Der Artikel erschien am 22. August – genau einen Tag, nachdem ich im NLP ein ehemaliges Schlachtfeld besucht hatte. Zufälle gibt es.

Der Artikel war der Auslöser für einen langen Film: Im ersten Teil diskutiere ich die 5 Widersprüche, in die sich die NLP-Verwaltung bei der Borkenkäferbekämpfung verwickelt. Im zweiten Teil zeige ich eigene Filmaufnahmen vom Meineckenberg, wo vor 10 Jahren eine große Fläche kahlgeschlagen wurde. Am Schluss stelle ich neue wissenschaftliche Studien vor, die die Bekämpfung des Borkenkäfers in Nationalparks ablehnen.

Eine übersichtliche Gliederung der einzelnen Filmkapitel, die Links zu allen im Film besprochenen Quellen, weitere Hintergrundinformationen und einen Leserbrief von mir finden Sie hier: Kritik der Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark Harz.

  1. im Folgenden abgekürzt mit NLP []
  2. Michael Meyen, Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand – Wie uns die Medien regieren, Frankfurt a. M. 2018, S. 8 []
  3. a. a. O., S. 14 []
  4. Niklas Luhmann, Die Realität der Massenmedien, Opladen 21986, S. 8; zit. n. Michael Meyen []
  5. Der Artikel war von der Deutschen Presse Agentur und erschien wortgleich in mehreren Tageszeitungen. Bei der Mitteldeutschen Zeitung kann der Artikel kostenlos gelesen werden. []