Der Eiserne Vorhang vor dem Nationalpark Šumava

Ich war in den vergangenen Jahren mehrere Male im NLP Bayerischer Wald. Nicht ein einziges Mal war ich im NLP Šumava. Ich habe mehr als 30 Artikel über den NLP Bayerischer Wald geschrieben. Nicht einen einzigen über den NLP Šumava. Und das, obwohl dieser direkt neben dem NLP Bayerischer Wald liegt.

  • Ich war am Lackenberg. Der Berg liegt direkt an der tschechischen Grenze. Ich hätte hinübergehen können zum Lackensee (Jezerzo Laka). Ich habe es nicht getan.
  • Ich war am Hirschgespreng. Der Berg liegt direkt an der tschechischen Grenze. Ich hätte hinübergehen können zum Mittagsberg (Poledník). Ich habe es nicht getan.
  • Ich war am Steinfleckberg. Der Berg liegt direkt an der tschechischen Grenze. Ich hätte hinübergehen können zur Moldau-Quelle (Pramen Vltavy). Ich habe es nicht getan.

Wenn ich von einem Eisernen Vorhang spreche, dann meine ich das ganz ernst. Weiterlesen

Von Wüsten und Waldsteppen am Rachel

Wie angekündigt heute ein Film über den Abstieg vom Rachel. Ich habe dies zum Anlass genommen, noch einmal darüber nachzudenken, was man dort sieht: einen wertvollen Lebensraum für seltene Arten oder eine Wüste und Waldsteppe? Und was motiviert Touristen, sich das anzuschauen?

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel ohne Paywall: Von Wüsten und Waldsteppen am Rachel.

Auch diesen Artikel können Sie sich wieder als Podcast hören: Von Wüsten und Waldsteppen am Rachel.

Nationalpark und Windräder

Im Mittelpunkt meines letzten Artikels Sommerwanderung zum Rachel stand der Aufsatz „Gestörte Heimat“ von Erik Aschenbrand und Thomas Michler. Die Heimat war der Nationalpark Bayerischer Wald und gestört wurde sie durch den Borkenkäfer. Die Einheimischen fanden das furchtbar, die Naturschutzexperten waren begeistert. In der Vergangenheit waren meine Sympathien immer klar verteilt: Die Einheimischen waren die Bösen.

Windpark Kreuzstein im FFH-Gebiet Werra- und Wehretal

Beim Lesen des Aufsatzes beschlich mich aber ein ungutes Gefühl: Was, wenn nicht Borkenkäfer die Heimat stören sondern Windräder? Was, wenn die Einheimischen gegen Windräder protestieren würden? Sind die Einheimischen dann auch die Dummen, die nicht auf die Experten hören? Ich habe den Aufsatz noch einmal ganz genau gelesen und war nicht amüsiert.

Aus dieser Beschäftigung mit dem Aufsatz sind gleich zwei Artikel hervorgegangen:

Viele werden die Aufstellung von Windrädern im Nationalpark Bayerischer Wald für völlig ausgeschlossen halten. Ich bin da überhaupt nicht mehr sicher und begründe das ausführlich.

Sie können meine letzten drei Artikel auch als Podcast anhören und herunterladen:

Hinweis
Im September veröffentliche ich 2 Filme:

  • Abstieg vom Rachel – am 5.9.
  • Rund um den Poledník (Mittagsberg) im NLP Šumava – am 10.9.

Sommerwanderung zum Rachel

In meinem neuen Artikel geht es auch um eine Wanderung, die ich im Sommer zum Rachel im Nationalpark Bayerischer Wald gemacht habe. Ich schreibe „auch“, weil im Zentrum des Artikels weniger die Wanderung steht als ein aktueller Aufsatz von Erik Aschenbrand und Thomas Michler mit dem Titel „Gestörte Heimat“. In ihm geht es um die unterschiedlichen Bewertungen der Landschaft zwischen dem Rachel und dem Lusen – einer Landschaft, die durch den Borkenkäfer total verändert wurde: Über 6.000 ha alte Fichtenwälder starben ab. Je nachdem, ob Einheimische, Naturschützer oder Touristen das beurteilen, kommen ganz unterschiedliche Bewertungen dabei heraus. Einheimische finden es schrecklich, Naturschützer toll und Touristen sehen das Problem überhaupt nicht.

Totholzfläche am Rachel, die bei Naturschützern – nicht aber bei den Einheimischen – eine hohe Wertschätzung genießt

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel, in den auch meine eigenen Beurteilungen und Erfahrungen mit dem Rachel eingeflossen sind: Sommerwanderung zum Rachel.

Zu dieser Sommerwanderung habe ich auch einen neuen rd. 10minütigen Film veröffentlicht: Aufstieg zum Rachel.

Ankündigung:
Mein nächster Artikel erscheint am 30.8. Es geht dann – anders als ursprünglich geplant – um das Thema: Der Aufsatz „Gestörte Heimat“ und die Windkraft.

Der Urwaldsteig bei Bayerisch Eisenstein

Wie angekündigt starte ich heute eine Serie mit Wanderungen im Nationalpark Bayerischer Wald. Beginnen möchte ich mit einem kleinen Rundwanderweg in der Nähe von Bayerisch Eisenstein ganz im Norden des Nationalparks: dem Urwaldsteig. Der Weg ist den meisten völlig unbekannt und auch im Internet findet man fast nichts darüber. Insofern möchte ich ein bisschen Werbung machen für einen zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Wanderweg.

Und weil mir die Werbung für den Urwaldsteig so wichtig ist, lasse ich auch viele sehr wichtige und sehr ernstzunehmende Personen zu Worte kommen: u. a. Karl-Friedrich Sinner, Franz Leibl, Markus Söder und – natürlich! – Anton Hofreiter.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel – ohne Paywall: Der Urwaldsteig bei Bayerisch Eisenstein.

Prozessschutz und Verkehrssicherung

Wenn ich früher von einem Förster hörte, er müsse einen Baum wegen der Verkehrssicherung fällen, dann habe ich ihm beinahe schon grundsätzlich nicht geglaubt: siehe zum Beispiel Förster Herber und die Verkehrssicherung. Wenn ich auch nach wie vor glaube, dass im oben genannten Beispiel die Pflicht zur Verkehrssicherung nur vorgeschoben war, so sehe ich die Dinge heute differenzierter: siehe zum Beispiel Verkehrssicherung im Nationalpark Jasmund. Und auch der Leiter des Prozessschutzreviers Quierschied, Herr Wirtz, hat wirklich ein großes Problem: In einem Näherholungswald mit sehr vielen Besuchern sterben reihenweise die alten Buchen und drohen auf den Wanderweg zu fallen.

Lesen Sie hier meinen dritten Aufsatz zum Prozessschutzrevier Quierschied: Prozessschutz und Verkehrssicherung

Hinweis:
Der Aufsatz befindet sich hinter einer Paywall. Wenn Sie dies für unzulässig und anrüchig halten und meinen, Naturschutzarbeit müsse kostenlos und ehrenamtlich sein, dann empfehle ich Ihnen die kostenfreien Seiten des BUND zu diesem Thema. Sie können natürlich auch kostenlos das diesbezügliche Informationsangebot des NABU nutzen. Auch der örtliche Umweltschutzexperte der GRÜNEN wird Ihnen sicherlich umfassend und umsonst Auskunft erteilen.

Nächste Artikel

Am 31.7. veröffentliche ich den dritten Teil meiner Serie über das Prozessschutzrevier Quierschied – dann zum Thema: Prozessschutz und Verkehrssicherung. Im August plane ich ausnahmsweise drei statt zwei Artikel – alle drei über Wanderungen im NLP Bayerischer Wald, z. T. nicht nur mit Fotos, sondern auch mit längeren Filmen:

  • Der Urwaldsteig bei Bayrisch Eisenstein (10.8),
  • Vom Gfäll zum Rachel (20.8) und
  • Vom Lusen zum Steinfleckberg (30.8.).

Pfad zum Steinfleckberg

Die Eiche und das Lübecker Modell

Man stelle sich einmal die folgende Szene vor: Die lokale Bürgerinitiative, die den Stadtwald schützen möchte, hat zu einer Diskussionsveranstaltung mit dem Stadtförster eingeladen. Es kommt zu folgendem Wortwechsel:

Förster: „Wie soll ich denn Ihrer Ansicht nach den Stadtwald bewirtschaften?“
Bürgerinitiative: „Wir finden das Lübecker Modell ganz hervorragend! Sie sollen die natürlichen Prozesse im Wald schützen! Wir sind für Prozessschutz!“1siehe Bundesbürgerinitiative Waldschutz – Unsere Positionen
Förster: „Wenn ich die natürlichen Prozesse im Stadtwald schütze, dann ist das das Todesurteil für die Eichen.“
Bürgerinitiative: „Todesurteil für die Eichen? Wieso das denn?“
Förster: „Es werden keine jungen Eichen mehr nachwachsen. Die Buchen haben im Stadtwald optimale Bedingungen und die jungen Buchen wachsen schneller als die Eichen und rauben ihnen das Licht. Die jungen Eichen werden aus Lichtmangel eingehen!“
Bürgerinitiative: „Das kann nicht sein! Im Lübecker Stadtwald wachsen auch Eichen! Und Knut Sturm verdient viel Geld damit!“
Förster: „Die alten Eichen hat Sturm alle von seinen Vorgängern übernommen. Im Lübecker Stadtwald gibt es keine Eichenverjüngung.“
Bürgerinitiative: „Das kann nicht sein! Sie lügen! Sie erzählen mal wieder Ihre typischen Förstermärchen!“

Nein! Der Förster hat recht. Es ist kein Förstermärchen, dass die Buche Eichenverjüngung nicht zulässt. Eichen und Prozessschutz vertragen sich schlecht. Oder geht das doch? Im Prozessschutzrevier Quierschied nahe Saarbrücken hat mir Revierleiter Wirtz erklärt, wie er erfolgreich Eichen verjüngt.

Lesen Sie hier den zweiten Teil aus meiner Serie zum Prozessschutzrevier Quierschied: Wie verjüngt man Eichen im Buchenwald?

Darf man Spechtbäume fällen?

Ich starte heute mit einer Serie von Artikeln zum Prozessschutzrevier Quierschied in der Nähe von Saarbrücken. Revierleiter Wirtz und sein Kollege Backes haben sich viel Zeit genommen und mir diesen Wirtschaftswald im Mai 2019 einen ganzen Tag lang gezeigt.

Revierleiter Roland Wirtz

Wirtz wirtschaftet nach dem Lübecker Modell. Das Lübecker Modell ist der Favorit nahezu aller Waldschützer.1 Viele kennen den Lübecker Stadtwald, dessen aktuellen Revierleiter Sturm und den ehemaligen Revierleiter Fähser. Das Revier Quierschied dagegen kennt sonderbarerweise kaum jemand. Das möchte ich ändern. Denn Wirtz und auch sein Kollege Backes haben mir vieles beigebracht, was ich noch nicht wusste, obwohl ich – fälschlicherweise – glaubte, das Lübecker Modell gut zu kennen.2 Außerdem entwickelt Wirtz auch neue Ideen und weicht in einigen Punkten von Knut Sturm ab. Und er tauscht sich mit dem vielleicht besten und kreativsten Waldbau-Professor in Deutschland aus: mit Prof. Jörg Müller.

Heute fange ich an mit dem folgenden Artikel: Darf man Spechtbäume fällen?

Hinweis:

1.
Dr. Georg Meister feiert heute seinen 90. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! Der Forstamtsleiter a. D. zählt zu den wichtigsten Kritikern der völlig unzureichenden Jagd in Deutschland. Einen aktuellen Aufsatz von ihm finden Sie in der Ausgabe 1 – 2019 des Ökojagd-Magazins, der Zeitschrift des Ökologischen Jagdverbands (OJV). Der Titel des Aufsatzes lautet: Das Reh – eine Wildart wird zum Zuchtobjekt und schädigt seine Umwelt.

2.
Mein nächster Artikel aus der Serie zum Prozessschutzrevier Quierschied erscheint am 15. Juli. Das Thema lautet dann: Wie verjüngt man Eichen im Buchenwald?

  1. siehe zum Beispiel die BBIWS []
  2. siehe der Lübecker Stadtwald []